Faszination Bundesmusikfest im Außerferner Musikbund
Welche Faszination vom Bundesmusikfest des Außerferner Musikbundes ausgeht und auf die Musiker/Innen und das Publikum ausübt, spürt man, wenn man einmal selbst dabei gewesen ist.
Für die einen ist es ein musikalisch-kameradschaftliches Treffen und für die anderen das größte Kulturereignis im Bezirk Reutte.
Vielleicht liegt die Erklärung im Gründergedanken unserer Vorfahren, dass der Außerferner Musikbund, dem Zweck dienen sollte, alte Tradition, deren Träger unsere heimischen Kapellen sind, zu pflegen, die Land- und Volksmusik zu heben und zu fördern. Sich gegenseitig ideell zu unterstützen und in musikalischen Jahrestreffen der heimischen Bevölkerung „Jahresbericht“ zu geben, über die Tätigkeit und den Leistungswillen seiner Mitgliedskapellen.
Oder auch an dem Umstand, dass im Durchschnitt 40 Kapellen mit 1.600 Musikanten/Innen am Sonntag an den 6.000 bis 8.000 Besucher vorbeimarschieren, und den jeweilige Veranstaltungsort in eine musikalische Klangwolke einhüllen. Wenn man dann diesen Zahlen der Bevölkerungszahl des Ortes gegenüberstellt, welche meist zwischen 400 und 600 Einwohner liegt, weiß man erst welche Anstrengungen hier unternommen werden ein 3-tägiges Fest zu organisieren.
Jedenfalls wird diese Faszination anhand der gelebten Einstellung unserer Musiker/Innen, „Musik verbindet und schafft neue Freundschaften“, auch darin eindrucksvoll dokumentiert. Unter diesen Umständen steht dieses alljährlich am 3. Wochenende im Juli stattfindenden Event bei jungen und junggebliebene Musikanten/ Musikantinnen hoch im Kurs und erfreut sich großer Beliebtheit.
Die Musiker/Innen nehmen den friedlichen Wettstreit bei „Musik in Bewegung“ sehr ernst. Wochen vorher, bereiten sie sich in intensive Proben darauf vor, beim Festumzug nicht nur musikalisch sondern auch in der Formation eine gute Figur abzugeben.
Der Auftakt zum Festsonntag erfolgt traditionell mit einem Festgottesdienst und einem Festakt. Die anwesenden Kapellen gestalten diesen mit einem Gemeinschaftschor. Beim Festakt werden vom Vorstand des AMB zahlreiche Prominenz aus Politik und Wirtschaft sowie zahlreiche Ehrenmitglieder des Tiroler Blasmusikverbandes begrüßt und willkommen geheißen.
Den großen Höhepunkt des Bundesmusikfestes bildet der farbenprächtige Festumzug mit Festwägen durch den Ort mit der obligatorischen „Marschmusikbewertung“.
Neben den 35 Mitgliedskapellen nehmen Kapellen aus dem befreundeten Allgäu Schwäbischen Musikbund und angrenzenden Musikbezirken, aber auch Gastkapellen aus der Schweiz, Italien und vor einigen Jahren aus England teil.
So wurden bei den bisherigen 66 Bundesmusikfesten – 66 Mal die „Marschmusikbewertung“ – durch 6 Juroren abgenommen!
Beim heurigen Bundesmusikfest in Heiterwang stellten sich von 38 Kapellen 36 den strengen Augen der Jury zur Bewertung. Der großartige Festumzug am Sonntag bei schönem Wetter und „tropischen Temperaturen“ (über 30 Grad) wurde den Musikern/Innen und den Juroren nicht nur musikalisch sondern auch körperlich einiges abverlangt.
Obmann Simon Weirather und Kapellmeisterin Melanie Berktold sorgten mit ihrer Kapelle, der Bundesmusikkapelle Heiterwang, und der Bevölkerung wieder für ein gelungenes Fest. Drei Tage lang wurde den zahlreichen Besuchern ein tolles Programm geboten und für das Wohl der Musikanten und Gäste aus Nah und Fern gesorgt.
Die musikalische Gesamtleitung des Festgottesdienstes und Festaktes lag in den Händen von Bezirkskapellmeister Harald Beyrer. Für die „Musik in Bewegung“ sorgt mit dem Blick fürs Detail unser Bezirksstabführer Roland Hohenrainer.
Bezirksobmann Horst Pürstl führte in seiner Ansprache aus, dass das Motto „Gemeinsam Musik erleben“ der Bundesmusikkapelle Heiterwang durch die Charaktere der Menschen, deren individuellen Persönlichkeiten und vielen Komponenten des gemeinsamen Miteinanders, entsteht.
Nach dem erfolgreich abgeschlossenen Festprogramm wurde im Zelt ausgiebig gefeiert und wieder neue Freundschaften geknüpft.
Einhellig war der Tenor, dass sich die Musiker/Innen schon auf das nächste 67. Bundesmusikfest in Pinswang freuen würden. Natürlich wieder mit Bewertung für „Musik in Bewegung“.
H.P.









